Pilotierung eines innovativen Versorgungskonzeptes einer patient*innennahen gestuften Versorgung durch Weiterbildung von Hebammen als „Mental Health Midwives“
| Beteiligte des IfH | Prof.in Dr. Nicola H Bauer Mélanie Patricio Da Silva |
| Weitere Beteiligte (Auswahl) | Sören Mendelin (Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln) Dr. Berthold Grüttner (Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik Köln) |
| Hintergrund | Postpartale Depressionen oder Traumafolgestörungen nach Geburt stellen keine eigenständigen Erkrankungen dar, hängen jedoch aufgrund der Verbindung mit den auf biologischer, seelischer und sozialer Ebene bedeutsamen Veränderungen eng mit der Schwangerschaft, Geburt und Familiengründung zusammen. Trotz zunehmenden Interesses wird die Bedeutung peri- und postpartaler psychischer Erkrankungen (bis 1 Jahr nach Geburt des Kindes) in der (geburtshilflichen) Versorgung weiterhin unterschätzt und unterdiagnostiziert. Beispielsweise werden nur etwa 0,5% der Patient*innen in einer gynäkologischen Praxis nach Gewalterfahrungen gefragt [1]. Ursachen für diese Herausforderungen stellen u.a. ein fehlendes Bewusstsein für die Bedeutung seelisch-psychischer Zustände peripartal, Unsicherheit in der Anamnese/Kommunikation über solche Zustände, Ängste psychische Belastung mit einer vertieften Exploration „zu erzeugen“/zu verstärken und fehlende Leitlinien/SOPs für die Versorgung belasteter Eltern dar. Hebammen und Geburtshelfer*innen stehen aus anthropologischer Perspektive schon immer in der Zeit dieses Überganges als psychosomatische und somatopsychische Unterstützung in engem Kontakt mit den werdenden Müttern* und neu entstehenden Familien. In vielen Ländern bestehen bereits Programme zur Weiterbildung und spezialisierten Professionalisierung von Hebammen und Geburtshelfer*innen mit dem Ziel der Verbesserung der psychischen Gesundheit von Müttern* - beispielsweise in der Schweiz oder in Großbritannien [2,3,4] als Teil einer integrativen, interdisziplinär vernetzten Versorgung. |
| Ziel | Ziel ist die Evaluation des Ist-Zustandes durch eine Befragung von Hebammen, Pflegefachpersonen und Gynäkologinnen an der Unifrauenklinik Köln (Bewusstsein, Anamnese, Barrieren in der Versorgung) sowie sowie die Konzeption einer interdisziplinären Kick-off-Veranstaltung für das gesamte in der peripartalen Versorgung involvierte Personal und eines integrativen Weiterbildungs- und Schulungsprogramms zur Spezialisierung von Hebammen und Geburtshelferinnen im Bereich mentale Gesundheit in der peripartalen Zeit („Mental Health Midwife“). |
| Methoden |
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| Laufzeit | 01.01.2025 - 31.12.2025 |
| Förderung | CEFAM Wissenschaftsbudget |
